Erbschaftsstreit klären

Dr. Swetoslaw Beltschew, Mediator in Dresden
Der Vater ist gestorben, oder die Mutter. Und plötzlich streiten sich Geschwister, die sich früher nahestanden. Um das Haus. Um den Schmuck. Um alte Ungerechtigkeiten, die schon lange nicht mehr ausgesprochen wurden.

Ein Erbschaftsstreit ist selten wirklich ein Streit ums Geld. Dahinter stehen oft andere Fragen. Wer wurde mehr geliebt. Wer hat mehr geleistet. Wer hat etwas bekommen, das ihm oder ihr aus Sicht der anderen nicht zusteht. Solche Fragen lassen sich schwer klären, wenn man sich nur noch über Anwälte schreibt.

Typische Situationen

Häufig geht es um den Nachlass der Eltern, wenn eine Person sich um die Pflege gekümmert hat und dafür Anerkennung im Erbe erwartet, während andere das als ungerecht empfinden. Oft steht eine Immobilie im Mittelpunkt, die einer verkaufen möchte, während ein anderer gerne einziehen oder das Haus behalten würde. Manchmal wirft ein Testament Fragen auf, oder eine Seite hat das Gefühl, übergangen worden zu sein. Und manchmal blockiert sich eine ganze Erbengemeinschaft selbst, weil mehrere Menschen gemeinsam entscheiden müssten, aber gerade nicht miteinander reden können.

Bevor ein Gespräch bei mir sinnvoll ist, sollten die rechtlichen und notariellen Fragen bereits geklärt sein, zum Beispiel wer laut Testament oder Gesetz was erbt. Diese Klärung übernehme ich nicht, dafür sind eine Anwältin, ein Notar oder eine entsprechende Fachperson zuständig. Wenn diese Grundlage steht, begleite ich das Gespräch zwischen den Erbinnen und Erben, damit aus offenen Fragen kein dauerhafter Bruch in der Familie wird.

Warum ein Gespräch oft mehr bringt als ein Gerichtsverfahren

Ein Gerichtsverfahren entscheidet über Rechtspositionen. Es klärt selten das, was hinter dem Streit wirklich steht. Am Ende gewinnt vielleicht eine Seite formal recht, aber das Verhältnis zwischen den Geschwistern bleibt beschädigt, oft für lange Zeit.

Ein moderiertes Gespräch funktioniert anders. Alle Beteiligten sprechen direkt miteinander, nicht nur über Anwälte. Die eigentlichen Themen kommen auf den Tisch, nicht nur die juristischen. Lösungen entstehen gemeinsam, statt von einem Gericht vorgegeben zu werden. Und weil alle daran mitgewirkt haben, tragen die Beteiligten das Ergebnis am Ende auch eher mit.

So kann ein Gespräch ablaufen

Am Anfang steht ein kostenfreies erstes Gespräch von etwa dreißig bis fünfundvierzig Minuten. Darin klären wir Ihre Situation und ich erkläre, was eine Mediation leisten kann und was nicht. Wenn eine direkte Begegnung noch nicht möglich ist, führe ich zunächst Einzelgespräche, um die einzelnen Positionen zu verstehen und Vertrauen aufzubauen. Danach folgen gemeinsame Sitzungen, meist zwei bis vier, mit etwa neunzig bis hundertzwanzig Minuten Dauer. Alle Beteiligten kommen zu Wort, und ich sorge dafür, dass niemand das Gespräch dominiert. Am Ende wird das gemeinsam Erarbeitete schriftlich festgehalten.

Aus meiner Praxis

Zwei Brüder und eine Schwester aus Dresden standen nach dem Tod der Mutter vor genau dieser Situation. Im Mittelpunkt stand das Elternhaus, eine langjährige Immobilie in Striesen. Einer wollte verkaufen, einer wollte einziehen, eine war noch unentschlossen. Dahinter stand ein altes Gefühl, dass die Mutter einen der Söhne bevorzugt hatte. In drei gemeinsamen Sitzungen wurde erstmals offen über diese alte Verletzung gesprochen. Am Ende stand eine Lösung für das Haus und ein Gespräch, das die Geschwister seit Jahren nicht mehr hatten führen können.

Was dieses Angebot nicht ist

Ich bewerte keine Rechtsansprüche und ersetze keine anwaltliche oder notarielle Beratung. Mein Angebot setzt voraus, dass diese Fragen bereits geklärt sind oder parallel von einer Fachperson bearbeitet werden. Wenn bereits ein Gerichtsverfahren zu denselben Fragen läuft, wenn eine Seite offensichtlich nicht sprechbereit ist oder wenn Gewalt im Spiel ist, ist eine Mediation nicht der richtige Weg. In solchen Fällen verweise ich gerne weiter.

Erster Schritt

Sie stehen mitten in einem Erbschaftsstreit oder möchten verhindern, dass daraus einer wird. Ein erstes, unverbindliches Gespräch kann zeigen, ob eine Mediation für Ihre Familie der richtige Weg ist.

In einem ersten, unverbindlichen Gespräch klären wir gemeinsam, welche Form der Unterstützung für Ihre Situation sinnvoll ist.
Kostenfreies Orientierungsgespräch vereinbaren

Ein Erbschaftsstreit entsteht häufig aus einer vorangegangenen Pflegesituation. Mehr dazu auf der Seite Pflege und Alter in der Familie.

Mehr Hintergrund und ausführliche Informationen finden Sie auf Erbschaftsstreit klären – Mediation in Dresden für Erbengemeinschaften und Mediation bei Pflege, Erbe und Übergang in Dresden.